Menschen mit Behinderungen haben eine Reihe von Rechten, die zusammen mit Hilfen und Einspruchsmöglichkeiten z. B. im Schwerbehindertengesetz geregelt sind.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme allerdings ist der

Ausweis nach dem Schwerbehindertengesetz

Diesen trägt man weder auf der Stirn noch als Pin an der Kleidung, sondern - wie jeden anderen Ausweis auch - in der Tasche. Dennoch haben viele Menschen Hemmungen und schrecken vor einer Antragstellung zurück. Dabei bietet das kleine grüne Papier eine ganze Menge Vorteile, abhängig vom festgestellten Grad der Behinderung (GdB) und den entsprechenden Merkzeichen.

So gibt es steuerliche Erleichterungen (Pauschbetrag zwischen 310 - 1420 Euro jährlich), Vergünstigungen im Personen-, Nah- und Fernverkehr (Wertmarke für die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, KfZ-Steuererlaß), Vergünstigungen beim Wohnen, Kündigungsschutz und Zusatzurlaub.

Die Antragstellung erfolgt beim zuständigen Versorgungsamt. Es ist sinnvoll, diese vorher mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und bei formloser Antragstellung ("Hiermit beantrage ich einen Ausweis nach dem Schwerbehindertengesetz und die damit verbundene Anerkennung als Mensch mit einer Schwerbehinderung.") ggf. eine Bescheinigung des Arztes beizulegen. Es ist auch möglich, sich einen entsprechenden Antrag aus dem Internet zu downloaden, und diesen gleich vollständig ausgefüllt an das Versorgungsamt zu senden - das spart Zeit. Die Feststellung des GdB und der Merkzeichen erfolgt auf der Grundlage der von den behandelnden Ärzten vorgelegten Unterlagen und Gutachten. Gegen den danach zugestellten Bescheid ist der Widerspruch innerhalb eines Monats zulässig, bei weiterem negativen Bescheid gibt es dann immer noch das Rechtsmittel der Klage beim zuständigen Sozialgericht (gerichtskostenfrei).

                                         

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Niemals auf Widerspruch verzichten

Wenn Anträge auf z. B. Hilfsmittel, Anerkennung der Pflegestufe oder ähnliches abgelehnt werden, sollte man das nicht einfach hinnehmen, sondern in Widerspruch gehen. Schließlich hat man diese Dinge beantragt, weil man sie braucht, um eine Behinderung auszugleichen oder notwendige Hilfe finanziell absichern zu können etc.

So ein Widerspruch kostet nur ein wenig Zeit und Papier, Sie sollten auf keinen Fall davor zurückschrecken - wir sind mit Rat und Hilfe zur Stelle.

Sollte auch der Widerspruchsbescheid negativ sein, bleibt nur noch der Gang zum Sozialgericht - doch auch davor darf man keine Angst haben - die Klage beim Sozialgericht ist gerichtskostenfrei. Was Geld kostet, sind Anwälte, doch normalerweise steckt man so gut in der Materie, dass man seine Klage selbst begründen kann. Wenn man allerdings nicht auf einen Anwalt verzichten kann - Rechtsschutzversicherungen übernehmen im Regelfall die Kosten bei entsprechender Begründung.

Menschen mit einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung, die für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens für mindestens 6 Monate in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen, können Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beantragen.

Menschen, die auf Hilfe und Pflege angewiesen sind, sollten sich nicht scheuen, Leistungen zu beantragen. Dazu genügt ein formloser Antrag bei der eigenen Krankenkasse; diese leitet dann die entsprechenden Gutachten durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) ein. Einige Zeit später besucht sie ein Mitarbeiter des MdK (Arzt oder Pflegefachkraft) im häuslichen Bereich, zu diesem Termin sollte eine der Plfegepersonen anwesend sein. Es ist empfehlenswert, sich vorher über die Voraussetzungen der Pflegestufen zu informieren, z. B. www.pflegestufe.info oder in unserem Forum danach fragen :-)

Gewöhnliche, regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen des täglichen Lebens sind: Körperpflege (Waschen, Duschen, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Blasen- und Darmentleerung), Ernährung (mundgerechtes Zubereiten und/oder Aufnahme der Nahrung), Mobilität (Aufstehen/Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Stehen/Gehen, Treppensteigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung) sowie Bereiche der häuslichen Versorgung (Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen von Kleidung udn Wäsche, Heizen), wobei die Verrichtungen an der Person im Vordergrund stehen müssen.

Die Pflege muss als Unterstützung, teilweiser oder vollständiger Übernahme dieser Verrichtungen oder als Anleitung und Beaufsichtung der Durchführung derselben dienen.

Es gibt drei Pflegestufen, von deren Einstufung die finanzielle Unterstützung abhängt, so werden z. B. bei Pflegstufe II (Schwerpflegebedürftigkeit) 410 Euro im Monat Pflegegeld für die häusliche Pflege durch Angehörige, Freunde etc. bzw. 921 Euro Sachleistung bei der Inanspruchnahme durch professionelle Pflegedienste gezahlt.