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Die körperliche Kraft nimmt ab, doch gleichzeitig nimmt meine Mentale Kraft zu. Ich bin heute in der Lage sagen zu können, dass ich zwar an SMA erkrankt bin, jedoch nicht darunter leide. Mein Mann, meine Kinder, meine Eltern, eine riesige Familie und nicht zuletzt meine Freundin und Seelenschwester Silke stärken mir den Rücken, wofür ich ihnen allen mehr als dankbar bin. Diese Menschen haben mich zu dem gemacht was ich bin, ohne mich zu bemitleiden. Ich bin in eine wundervolle, große Gemeinschaft integriert.

Mit diesem Verein hoffe ich, anderen behinderten und chronisch kranken Menschen Stütze zu sein und ihnen dabei helfen zu können, sich selbst durch verschiedene Aktionen in der Gesellschaft zu integrieren.

Mein Name ist Katja Müller-Gottschalk, ich bin 33 Jahre alt, verheiratet und Mutter zweier Mädchen. Mit elf Jahren bekam ich die Diagnose Spinale Muskelatrophie (SMA) vom Typ Kugelberg-Welander, die auch bis jetzt noch besteht.

Anfangs hat mich das schon sehr belastet. Ich wusste zwar endlich, warum ich ständig hinfiel, bei den Bundesjugendspielen immer als Schlechteste abschnitt und sogar nach der kleinsten Anstrengung starke Muskelschmerzen hatte, doch war mir das ganze in dem Alter mehr als peinlich. Ich versuchte mein „Anderssein“ zu vertuschen, was allerdings häufig zu noch viel peinlicheren Situationen führte. In der Schule verfolgten mich Spitznamen wie „Ente“ oder gar „Krüppel“. Ganze Seen von Tränen vergoss ich in dieser Zeit.

Mit Hilfe meiner Eltern habe ich mich durchgekämpft. Ich erlernte meinen Traumberuf, den der Kinderpflegerin, und arbeitete zwölf wundervolle Jahre mit Kindern in verschiedenen Einrichtungen. Zu meinem Glück hatte ich Kolleginnen, die Arbeiten in der Kindergartenarbeit für mich auffingen (wie z.B. das Kinderturnen), welche ich aufgrund meiner Krankheit nicht durchführen konnte.

Meinen Mann Andreas lernte ich mit fünfzehn Jahren kennen und schätzte ihn zuerst genauso ein wie die anderen Jungs. Deshalb wollte ich auch vor ihm meine Krankheit verstecken, was auf Dauer natürlich nicht gelang. Entgegengesetzt meiner Erwartung war er nicht gleich auf und davon gelaufen, sondern stand wie ein Fels hinter mir und fing mich auf. Es tat so gut (und tut es auch heute noch) jemanden außer den Eltern zu haben, der für einen da ist. Mittlerweile sind wir acht Jahre verheiratet und haben zwei Kinder, von denen wir es uns beide niemals haben träumen lassen, dass es sie gibt. Natürlich war die Angst da, ich könnte die Krankheit an die Kinder vererben, doch auch das kann mittlerweile, dank der Genforschung, ausgeschlossen werden.